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Gioacchino Rossini, Petite Messe solennelle

Sonntag, 27. Oktober 2019, 18 Uhr Auferstehungskirche Schwäbisch Hall (Ev. Kirche am DIAK)

 Haller Tagblatt: 29.10.2019 KULTUR REGIONAL

Konzert  Der Hohenloher Kammerchor zelebriert Rossini und seine „Petite Messe solennelle“
in der Haller Auferstehungskirche sehr professionell emotional und klanggewaltig.
  
Von Andreas Dehne

Altistin setzt den Höhepunkt
Eine lange und tiefe Stille zieht sich durch die Auferstehungskirche beim Schwäbisch Haller
Diak. Tief berührt schweigen die etwa 250 Zuhörer der „Petite Messe solennelle“ von Rossini.
Ein langer Moment des Innehaltens, knapp 20 Sekunden zum Luftholen, nachdem man zuvor
fast 90 Minuten lang kaum Zeit zum Atmen gefunden hat. Dann bricht der Beifall los.
Minutenlang. Erlösend. Befreiend.

Die Sängerin Anne Greiling (Alt) hat zuvor noch ganz emotional und erschütternd mit dem
„Agnus Dei“ sowohl den Schluss- als auch den Höhepunkt eines denkwürdigen Konzertes
gesetzt. Ihr ganz herausragendes Alt-Solo führt in die hochdramatisch ausklingende Friedensbitte
„Dona nobis pacem“ die von einem nachdenklich bittenden „Dona nobis pacem“ des Hohenloher
Kammerchores begleitet wird. „Gib uns deinen Frieden“.

Während die grandiose Altistin in einer fast religiösen Innigkeit ihr „Miserere Nobis“ (Erbarme
dich unser) äußerst klangrein in die hervorragende Akustik der Auferstehungskirche hineinfleht,
offenbart sich die ganze gesangliche Homogenität von Kammerchor und Solistin.
Gemeinsam zelebrieren sie das mitunter sehr monumental klingende „Agnus dei“ so
stimmungsvoll und opernhaft, wie das „Lamm Gottes“ wohl vom Meister einst gedacht war.

Heilig oder vermaledeit?
„Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée), die ich gemacht habe, oder ist es vermaledeite
Musik (sacrée musique)“, schreibt Gioachino Rossini über seine 1863 entstandene „Petite Messe
solennelle“. Die Sängerin Fanie Antonelou mit ihrer Sopranstimme setzt dem eleganten und
präzisen Klang des Hohenloher Kammerchores einen Kontrast entgegen. Ihr beeindruckendes
Solo „O salutaris“ gleicht einem musikalischen Aufschrei der allerhöchsten Töne und allerersten
Güte. Das Praeludium intonieren in der ungewöhnlichen instrumentalen Besetzung Ulrich
Schlumberger am Konzertakkordeon und Jens Wollenschläger am Flügel. Aus gewaltigen
Staccato-Akkorden entstehen im Zusammenspiel von Flügel und Akkordeon wunderschöne
Kontraste die zunehmend in anmutig und fast schon romantisch klingenden Melodien übergehen.
Mit einem bisweilen sphärisch klingenden und sehr langen Akkordeonspiel leitet Schlumberger
in das Sanctus über. Das „Heilig, Heilig, Heilig“. Unter der Leitung der sehr bestimmend und
unaufgeregt dirigierenden Johanna Irmscher vielleicht das Meisterwerk des Chores. Zumindest
gemeinsam mit den vier Solisten, bei denen die männliche Seite mit Florian Sievers (Tenor) und
Dirk Schmidt (Bass) vollkommen zu Unrecht etwas in den Hintergrund geraten ist.

Klangliche Himmelsleiter
Chor und Solisten lassen mit großer Intensität das „Hosanna“ zur nachdrücklichen, kraftvoll
intonierten Prophezeiung werden. Sehr kontrastreich und ausgesprochen nuanciert. Der etwa 70-
köpfige Chor singt äußerst klangdifferenziert, mit einer professionell ansprechenden Balance
zwischen den vier Stimmlagen und mit großer dynamischer Gestaltung. Eine klangliche
Himmelsleiter. Mit innigen Wechseln von Chor- und Solo-Passagen, einem koloraturreichen
Gesamtklang, mit vier wunderbaren Solisten und einem fabelhaften Chor, der mit einer sehr
überzeugenden stimmlichen Präsenz schon von Beginn an sehr markant das hohe Niveau des
Abends postuliert, gelingt die notwendige Mischung aus Oper und Kirchenmesse sehr
überzeugend. Rossini hätte seinen Spaß daran gehabt. Eine emotional intensive Aufführung, die
wohl jeder Zuschauer noch lange in sehr guter Erinnerung behalten wird. Dabei war es nur eine
kleine Messe. „Petite“ eben. Aber die hat man so richtig „groß-artig“ aufgeführt.

Gioacchino Rossini, Petite Messe solennelle

Sonntag, 27. Oktober 2019, 18 Uhr Auferstehungskirche Schwäbisch Hall (Ev. Kirche am DIAK)

Fanie Antonelou, Sopran  (www.fanieantonelou.com)
Anne Greiling, Alt  (www.annegreiling.de)
Florian Sievers, Tenor  (www.floriansievers.com)
Dirk Schmidt, Bass  (www.dirk-schmidt-bass.de)

Ulrich Schlumberger, Konzert-Akkordeon 
      (https://musikschule.esslingen.de/start/Ueber+uns/Schlumberger_+Ulrich.html)
Jens Wollenschläger, Klavier  (http://www.oerge.li)

Hohenloher Kammerchor Schwäbisch Hall
Leitung: Johanna Irmscher

Die abendfüllende ‚Petite Messe solennelle‘ von G. Rossini ist in ihrer Instrumentierung
vom Komponisten sehr apart angelegt.
In der Originalfassung für vier Solisten, Vokalisten, Harmonium und 2 Klaviere geschrieben,
werden wir das Werk mit Akkordeon und Klavier musizieren,
denn Rossini hatte ein Druckluft-Harmonium vorgesehen,
damit es neben den Flügeln bestehen kann (in Deutschland kaum zu finden).
Das Konzert-Akkordeon ist somit seit einigen Jahren die geniale Variante anstelle des Harmoniums,
da es dynamisch flexibler und auch klanglich mit dem Klavier besser wirken kann.
Die ‚Petite Messe‘ ist nach dem ‚Stabat mater‘ Rossinis zweites kirchenmusikalisches Hauptwerk
und die schönste Komposition seiner späten Jahre, 1864 uraufgeführt bei Paris.
Der Meister verknüpft hier historische Traditionen mit moderner Schreibweise und gelangt zu einer
Synthese aus kontrapunktischer Satztechnik, harmonischer Kühnheit und opernhaftem Belcanto.

Adventskonzert am 9. Dezember 2018 um 16.00 in St. Joseph, Schwäbisch Hall, Kurzer Graben 1

In diesem Adventskonzert wurden Chorwerke von Andreas Hammerschmidt, James Macmillan,
Josef Rheinberger, Heinrich Schütz, Frederik Sixten, Jan Pieters Sweelinck und  Eric Whitacre
  dargeboten.

Ergänzt wurde das Programm durch Solowerke für Viola von J.S. Bach, Max Reger und Aleksey Igudesman.
Solistin war Birgit Southcott aus Schwäbisch Hall.

Die Gesamtleitung hatte Johanna Irmscher.

Der Eintritt war frei; über zahlreiche Spenden freute sich der Hohenloher Kammerchor.

Konzert im Rahmen des Hohenloher Kultursommers in der Großcomburg Schwäbisch Hall

Verleih uns Frieden

26.08.2018 um 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Schwäbisch Hall, Großcomburg, Stiftskirche

Johann Rosenmüller-Ensemble Leitung Arno Paduch
Hohenloher Kammerchor Leitung Johanna Irmscher


Vor 400 Jahren, im Mai 1618, kam es zu einem Wendepunkt in der Geschichte Europas. Der zweite Prager Fenstersturz markiert den Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Dazu ist eine Konzertidee entstanden, die musikalisch opulent besetzt in diese Zeitspanne zurückversetzt – mit Zinken, Streichern, Dulzian, Violone, Chitaronne und Orgel. Den Rahmen des Konzerts bilden die Choräle Verleih uns Frieden gnädiglich von Michael Praetorius, von Heinrich Schütz sowie von Andreas Hammerschmidt. Dazwischen sind Stücke zu politischen Anlässen des Dreißigjährigen Krieges zu hören, wie z.B. zur Huldigung in Breslau 1621 oder zum Einzug Gustav Adolfs in Nürnberg 1632. Eben zu der Zeit wurden auch die Chorherren des Stifts ohne Pension vertrieben, während die Comburg am 3. Juni 1632 von König Gustav Adolf an den württembergischen Oberst Bernhard von Schaffalitzki zu Muckendell zum Dank für geleistete Dienste verschenkt wurde. Am 27. August 1634 beendete jedoch die Schlacht von Nördlingen das Intermezzo, und von Schaffalitzki geriet in Gefangenschaft. Die Stiftsherren kehrten zurück.

Wir freuen uns, dass für dieses besondere Konzerterlebnis eine lokale Kooperation zwischen dem Rosenmüller-Ensemble
und dem Hohenloher Kammerchor zustande gekommen ist.


Konzert Nr. 47 € 30/27/24,– erm. 27/24/21,– / freie Platzwahl in Kat. 3

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Geistliche Serenade in St. Maria, Hirtengasse 31, SHA-Hessental, am 24. Juni 2018

Es erklangen Werke von A. Becker, A. Bruckner, E. Grieg, K. Nystedt, F. Mendelssohn, C.G. Reissiger, G. Rossini, J. Rheinberger, H. Schütz, und E. Whitacre.
Die Flötistin Stephanie Reinhardt spielte solistische Werke von C.Ph.E. Bach, J. Donjon und K. Zgraja.